Schweiz: Pilotprojekt zur Beschäftigung von Flüchtlingen in der Landwirtschaft

11. Juni 2015

Ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt zur Beschäftigung von Flüchtlingen und vorläufig anerkannten Asylbewerbern in landwirtschaftlichen Betrieben ist Ende Mai in der Schweiz angelaufen. Das Projekt, eine Kooperation vom Schweizerischen Bauernverband (SBV) und dem Staatssekretariat für Migration (SEM), verfolgt drei Ziele. Erstens sollen dadurch mehr Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt gebracht werden, auch um ihre gesellschaftliche Integration zu fördern; derzeit sind in der Schweiz nur etwa ein Drittel der anerkannten Flüchtlinge erwerbstätig. Zweitens soll die öffentliche Hand entlastet werden, da die Flüchtlinge, die für ihre Tätigkeit in der Landwirtschaft nach Mindestlohn (derzeit monatlich etwa CHF 3.200) bezahlt werden, ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können und keine staatlichen Leistungen mehr beziehen. Drittens soll es den Landwirten erleichtert werden, das Potenzial an inländischen Arbeitskräften besser zu nutzen. Bislang sind in der Landwirtschaft viele ausländische Arbeitskräfte beschäftigt, deren Anstellung aber durch die im Februar 2014 angenommene sogenannte Masseneinwanderungsinitiative eingeschränkt werden könnte (vgl. Ausgaben 6/14, 2/14). Gewerkschaften und Flüchtlingsverbände begrüßen das Projekt.

Die Autorin Katharina Schilling studiert im Master Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen an der Universität Osnabrück.

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