Migrant Integration Policy Index 2015

11. Juni 2015

Die Integrationspolitik in den meisten Industriestaaten weist erhebliche Schwächen auf. Dies geht aus den ersten Ergebnissen des Migrant Integration Policy Index (MIPEX) 2015 hervor, der seit dem 20. April sukzessive veröffentlicht wird.

Der vom Centre for International Affairs und der Migration Policy Group nach 2004, 2007 und 2011 zum vierten Mal herausgegebene Bericht untersucht die Integration von Migranten in den EU-Mitgliedstaaten sowie zehn weiteren Industriestaaten anhand der Kernbereiche Arbeitsmarkt, Bildung, Politische Teilhabe, Einbürgerung, Familienzusammenführung, Gesundheit, Wohnsitz und Antidiskriminierung (vgl. Ausgaben 3/11, 9/07).

Die größten Schwierigkeiten treten in den 38 untersuchten Staaten bei der Integration von Kindern und Jugendlichen in Schulen auf. Dem Bericht zufolge seien hier die gesetzlichen Grundlagen und politischen Maßnahmen meist zu wenig zielgerichtet. Bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt seien gegenüber dem letzten Bericht im Jahr 2011 hingegen Fortschritte gemacht worden, wenngleich in den meisten untersuchten Staaten Migranten immer noch keinen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt hätten.

Ferner seien Migranten von politischer Teilhabe oft ausgeschlossen, so dass sie kaum Einfluss auf die sie betreffenden Gesetzesinitiativen nehmen können. Während die Einwanderungsgesetze in fast zwei Drittel der untersuchten Staaten Familienzusammenführungen ermöglichen, wird die Einbürgerung in den meisten Ländern durch zusätzliche Kosten, geforderte Sprachkenntnisse oder Mindesteinkommen weiterhin erschwert.

Aus den am 10. Juni vorgestellten Ergebnissen für Deutschland geht hervor, dass Deutschland vor allem in den Bereichen Arbeitsmarkt und Einbürgerung Fortschritte gemacht hat, bei den Themen Antidiskriminierung, Bildung und Gesundheit gibt es Nachholbedarf. Im internationalen Ranking liegt Deutschland mit 61 von 100 Punkten über dem Durchschnitt der untersuchten Länder (52 Punkte) und belegt Rang 10.

Bis zum 30. Juni werden alle Länderprofile unter www.mipex.eu veröffentlicht.

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