Burundi: Mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht

11. Juni 2015

Im ostafrikanischen Staat Burundi sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aktuell mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht vor den anhaltenden Unruhen im Land. Diese waren nach der Ankündigung einer (verfassungswidrigen) Kandidatur für eine dritte Amtszeit des amtierenden Präsidenten Pierre Nkurunziza (Conseil National Pour la Défense de la Démocratie – Forces pour la Défense de la Démocratie, CNDD-FDD) Ende April und dem gescheiterten Militärputsch im Folgemonat ausgebrochen. Die Menschen suchen in erster Linie in den Nachbarländern Ruanda, Demokratische Republik Kongo und Tansania Schutz. Alle drei haben ihre Grenzen geöffnet und erteilen allen Ankommenden den Flüchtlingsstatus. Der Großteil der Fliehenden geht nach Tansania. Anscheinend werden in der aktuellen Situation bewährte Fluchtmuster genutzt, denn ungefähr 80 % der Schutzsuchenden waren schon einmal dorthin geflohen (vgl. Ausgabe 8/14). Der UNHCR hat zu Spenden aufgerufen, um Burundis Nachbarländer bei der Aufnahme der Flüchtlinge zu unterstützen. Es wird erwartet, dass die Zahl der Flüchtlinge in den nächsten Monaten weiter steigt.

Die Autorin Katharina Schilling studiert im Master Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen an der Universität Osnabrück.

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