Jemen: Bericht belegt Folter von Migranten

19. Juni 2014

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat am 25. Mai einen Bericht vorgestellt, in dem die systematische Verfolgung und Folter von Migranten durch Schmugglerbanden im Jemen belegt wird. Der Bericht basiert auf Aussagen von Boatpeople, Menschenschmugglern, Regierungsbeamten und Journalisten, die HRW zwischen Juni 2012 und März 2014 gesammelt hat. Demnach werden Migranten oftmals von Schmugglern gewaltsam in Lagern festgehalten, um Lösegeld von ihren Familien zu erpressen. Der Bericht dokumentiert zahlreiche Misshandlungen, Vergewaltigungen und Todesfälle. Unterstützt würden die Schmuggler von jemenitischen Sicherheitsbeamten und Militärs, die ihnen die ankommenden Boatpeople „verkaufen“ und nicht gegen die „Foltercamps“ der Schmugglerbanden vorgehen. Es herrsche ein Klima der Straflosigkeit, beklagt HRW. Seit 2010 haben 337.000 Menschen die riskante Überfahrt vom Horn von Afrika in den Jemen gewagt, um von dort weiter in die Golfstaaten zu reisen. Die meisten kommen aus Äthiopien und Somalia und hoffen, in den Golfstaaten Arbeit zu finden. Aktuell arbeitet die jemenitische Regierung an einem Gesetz zur Bekämpfung des Menschenschmuggels (vgl. Ausgabe 1/13).

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