Mindestens 23.000 Tote an EU-Außengrenzen seit 2000

15. Mai 2014

Ein Zusammenschluss von Journalisten hat neue Zahlen zum Ausmaß des europäischen Flüchtlingsdramas (vgl. Ausgaben 9/138/13) vorgelegt. Demnach sind seit dem Jahr 2000 mindestens 23.000 Menschen bei ihren Einwanderungsversuchen nach Europa ums Leben gekommen oder gelten seither als vermisst. Vorherige Schätzungen gingen von 17.000 bis 19.000 Opfern seit den frühen 1990er Jahren aus. Das Projekt „The Migrants Files“ führt Auswertungen des Netzwerks „United for Intercultural Action“, des Projekts „Fortress Europe“ sowie Daten der Europäischen Kommission zusammen und analysiert laufend die Berichterstattung über Todesfälle und Vermisstenmeldungen. Bisher erheben weder die Behörden der europäischen Mitgliedstaaten noch die europäische Grenzschutzagentur Frontex Statistiken über die Todesfälle an Europas Außengrenzen. Seitdem Frontex die Kontrollen an der Landgrenze zwischen Griechenland und der Türkei im Jahr 2011 verstärkt hat, ist die Zahl der Migranten auf dieser Route von 55.000 auf 12.000 im Jahr 2013 gefallen (vgl. Ausgabe 9/10), während die Einwanderungsversuche auf dem gefährlicheren Seeweg zwischen der Türkei und Griechenland von 1.500 auf über 11.000 gestiegen sind.

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